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Die Nationalparks und Reservate

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Das erste staatliche Naturschutzgebiet Costa Ricas war der Vulkan Irazú, der schon 1955 zum Nationalpark erklärt wurde. Aber erst nachdem Anfang der 70er Jahren eine Nationalparkverwaltung (Servicio de Parques Nacionales, SPN) geschaffen wurde, begann ein Netz von staatlichen Schutzgebieten zu wachsen. Heute besitzt das kleine Land bereits 25 Nationalparks, 5 Biolo­gische Reservate und zahlreiche weitere Naturschutzgebiete mit einer Flä­che von insgesamt rund 740.000 ha. Dazu kommen noch geschützte Forst­reservate und zahlreiche kleinere private Schutzgebiete, so dass insgesamt rund ein Viertel der gesamten Landesfläche geschützt ist – ein Wert, den wohl kaum ein Land der Erde überbieten kann.

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Die Schutzgebiete befinden sich in allen Landesteilen, so dass alle wichtigen Naturräume geschützt sind: vom tropischen Regenwald und Mangrovengebieten über Feucht- und Trockenwald bis hin zu Nebelwäldern und Pá­ramovegetation in Höhen über 3000 m. Unter besonderem Schutz stehen auch wichtige Rückzugsgebiete bedrohter Tierarten, wie z.B. die Eiab­lageplätze von Meeresschildkröten an beiden Küsten oder die Brutplätze von See- und Wasservögeln. Ein Schutzbedarf ist offensichtlich: Waren z.B. 1950 noch rund 53 % der Landesfläche von tropischem Regen-, Feucht- und Tro­ckenwald bedeckt, so sind es heute weniger als 20 %. (Im Vergleich: Deutschland hat 29 % Waldanteil.) Zweifelsohne werden auch heute noch Lebensräume von Tieren und Pflanzen von Menschen zerstört, aber nicht zuletzt wegen des immer wichtiger werdenden Tourismus werden weiterhin neue Flächen zu Schutzgebieten erklärt. Fraglich ist, ob es die Parkverwaltung auch in Zukunft verstehen wird, die Interessen der Parkbesucher mit denen der geschützten Flora und Fauna zu vereinbaren.

 

Klassifizierung der Schutzgebiete

Je nach Bedeutung und Aufgabe unterscheidet man folgende Kategorien:

  • Ein Nationalpark (Parque Nacional) umfasst eine relativ große Fläche ­(sowohl zu Land als auch im Meer) zum Schutz und der Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten, die von „nationalem und internationalem Interesse“ sind. Diese Gebiete dienen auch zur begrenzten Nutzung durch den Menschen, zur Erholung oder zu ­touristischen oder wissenschaftlichen Zwecken.
  • Biologische Reservate (Reserva Bio­lógica) sind meist kleinere Gebiete zum Schutz von Ökosystemen mit einer besonders verwundbaren Flora und Fauna. Um die biologische Entwicklung möglichst nicht zu stören, soll eine Nutzung durch den Menschen nur wissenschaftlichen oder Bildungszwecken dienen.
  • Naturreservat (Reserva Natural Absoluta): Derzeit gibt es in dieser Kategorie nur das 1963 gegründete Reservat Cabo Blanco an der Spitze der Nicoya-Halbinsel. Auch hier soll in erster Linie der Lebensraum von Pflanzen und Tieren geschützt werden.
  • Nationale Monumente (Monumento Nacional) sind historisch oder archäologisch bedeutende Stätten, die ebenfalls von der SPN verwaltet werden. Zurzeit gehören nur die Ausgrabungen von Guayabo zu dieser Klassifizierung.
  • Nationales Naturschutzgebiet (Refugio Nacional de Vida Silvestre): Diese geschützten Gebiete, z.T. auch als Refugio Nacional de Fauna Silvestre ausgewiesen, dienen dem Schutz bestimmter Tierarten und stellen so eine Art Vorstufe zu den Biologischen Reservaten und Nationalparks dar. Manchmal schließen sie auch menschliche Siedlungen ein (z.B. Gandoca und Manzanillo). Sie werden nicht von der SPN verwaltet, sondern unterstehen der Dirección General de Vida Silvestre .

 

Kurzprofile der einzelnen Schutzzonen

Um auch großflächigere Ökosysteme besser schützen und verwalten zu können, wurden Schutzzonen (Áreas de Conservación) geschaffen, die geografisch zusammengehörige Parks und Reservate mit Forstgebieten und „Pufferzonen“ verbinden.

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    Schutzzone Zentralkordillere: Nörd-­lich des Valle Central erstreckt sich die Zentralkordillere mit den Nationalparks Juan Castro Blanco, Vulkan Poás, Braulio Carrillo, Vulkan Irazú und Vulkan Turrialba sowie dem Nationalmonument Guayabo. Die Vulkane erreichen eine Höhe bis 3442 m (Irazú), und an einigen Stellen kann man noch vulkanische Aktivität beobachten. Im Umfeld des großen Nationalparks Braulio Carrillo, der sich bis in die Niederungen des karibischen Tieflandes erstreckt, liegen außerdem einige wichtige Privatreservate (La Selva, Rara Avis etc.).
  • Schutzzone Amistad: Die größte Schutzzone des Landes umfasst beinahe die gesamte Talamanca-Kordillere (Nationalpark Tapantí, Nationalpark Chirripó, Internationalpark La Amis­tad, Biologisches Reservat Hitoy Cerere) und einige Abschnitte der süd­lichen Karibikküste (Nationalpark Ca­huita, Schutzgebiet Gandoca-Manzanillo). Hier findet man praktisch alle Vegetations- und Höhenstufen des Landes vereint. Bisher ist diese Region noch weitgehend unerschlossen und vom Tourismus beinahe ungestört.
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    Schutzzone Tortuguero: Verbunden durch einen biologischen Korridor, umfassen der Nationalpark Tortuguero und das Tierschutzgebiet Barra del Colorado die gesamte nördliche Karibikküste und einen großen Teil des Hinterlandes. Von zahlreichen Flüssen und natürlichen Kanälen durchzogen, ist es eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für Wasservögel; die Strände sind außerdem wichtige Eiablageplätze von Meeresschildkröten.
  • Schutzzone Arenal: Neben den Nationalparks Vulkan Arenal und Vulkan Tenorio und dem Biologischen Reservat Manuel Brenes zählt auch das etwas abseits liegende Schutzgebiet Caño Negro zu dieser Schutzzone. Südlich des Arenal liegen in den Höhenlagen der Cordillera de Tilarán auch mehrere private Nebelwaldreservate (z.B. Monteverde, Sta. Elena).
  • Schutzzone Tempisque: Der Mündungsbereich des Río Tempisque gehört zu den interessantesten Regionen des Landes mit einigen der letzten Bestände tropischen Trockenwaldes in Mittelamerika. Außerdem finden hier unzählige Wasservögel ideale Brutbedingungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Nationalparks Barra Honda und Palo Verde sowie das Biologische Reservat Lomas Barbudal bald zu einem einzigen großen Nationalpark zusammengeschlossen werden. Rund um die Halbinsel Nicoya reihen sich mehrere kleine Naturparks, die alle am oder im Meer liegen: der Meeresnationalpark Las Baulas mit dem Tierschutzgebiet Ostional, das Naturreservat Cabo Blanco, das Schutzgebiet Curú und die Reservate Islas Pájaros, Guayabo und Negritos im Golf von Nicoya. Neben Meeresschildkröten sind es vor allem die Brutgebiete von Seevögeln, die hier geschützt sind.
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    Schutzzone Guanacaste: Die Flä-che der geschützten Gebiete im äu­ßersten Nordwesten des Landes ist in den letzten Jahren durch die Vergrößerung des Nationalparks Sta. Rosa und die Gründung des Nationalparks Guanacaste mehr als verdoppelt worden. Zusammen mit dem Nationalpark Rincón de la Vieja und dem Schutzgebiet Isla Bolaños umfasst die Schutzzone weite Teile der Cordillera de Guanacaste und der nördlichen Pazifikküste, wo sich ebenfalls wichtige Brutgebiete für Meeresschildkröten befinden.
  • Schutzzone Zentrale Pazifikküste: Relativ weit auseinander liegen der Nationalpark Carara und der viel besuchte Nationalpark Manuel Antonio. Beide liegen an einer Übergangszone von trockenen Waldgebieten im Norden und tropischem Feuchtwald weiter südlich.
  • Schutzzone Osa: Diese Schutzzone umfasst die gesamte südliche Pazifikküste und reicht vom Meeres-Nationalpark Ballena bei Uvita über das Biologische Reservat Isla del Caño und die Halbinsel Osa mit dem Nationalpark Corcovado bis zum Schutzgebiet Golfito. Eine außergewöhnliche Vielfalt an Flora und Fauna und hohe Niederschlagswerte prägen diese Region.
  • Schutzzone Isla del Coco: Weit außerhalb im pazifischen Ozean liegt ein ganz besonderes Juwel unter den Nationalparks des Landes: die Isla del Coco. Die höchste Erhebung des ansonsten untermeerisch verlaufenden Cocos-Rückens brachte im Laufe der Evolution aufgrund ihrer isolierten Lage zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarten hervor. Außergewöhnlich artenreich ist auch die Meeresflora und -fauna um die Insel.

 

Privatreservate

Im ganzen Land verteilt findet man private Naturschutzgebiete, die für wissenschaftliche Forschungen, für den Tourismus oder einfach zum Erhalt der Natur gegründet wurden. Ein Schwerpunkt liegt im Umfeld des NPs Braulio Carrillo und in der Cordillera de Tilarán. Nachfolgend eine (unvollständige) Auflistung wichtiger Privatreservate mit über 100 ha Fläche:

 

Tiergärten und Aufzuchtstationen

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Viele Besucher von Costa Rica kommen mit der Erwartung, überall massenhaft wilde Tiere zu sehen und sind schnell enttäuscht, denn es erfordert schon einen geübten Blick, ein gutes Fernglas und etwas Geduld, um im grünen Dickicht der tropischen Regenwälder Tiere zu erspähen. Wem das zu mühsam ist, dem bleibt immer noch die Möglichkeit, einige der zahlreichen Tiergärten und Aufzuchtstationen zu besuchen, die in den jeweiligen Ortskapiteln näher beschrieben werden – mit Tier-Garantie!

  • Zoologischer Garten, San José: der einzige richtige „Zoo“ in Costa Rica, etwas heruntergekommen, aber dennoch geeignet für einen ersten Überblick zur Fauna des Landes.
  • Der Zoo Ave bei Alajuela beherbergt zahlreiche Vogelarten, die man in freier Natur nicht unbedingt zu Gesicht bekommt.
  • Im Zoo La Marina bei Cd. Quesada landen ausschließlich verletzte und illegal gefangene Tiere, die hier gesundgepflegt werden.
  • Auch in der Tierauffangstation Las Pumas bei Cañas finden verletzte Wildtiere ein Heim, in diesem Fall in erster Linie Raubkatzen.
  • Serpentarien (= Schlangenzoos) gibt es in San José, bei Sarchí („World of Snakes“), außerhalb von Turrialba, bei La Virgen und in Sta. Elena/Monteverde. Ebenfalls in Monteverde sowie in Cahuita gibt es ein Ranarium (Frösche).
  • Schmetterlingsgärten findet man
  • u.a. in San José, südlich von Alajuela (Butterfly Farm), in Cahuita, in Fortuna und in Monteverde.
  • Botanische Gärten gibt es u.a. bei Sarchí, Cartago, Turrialba und bei San Vito im Süden, eine Heliconienfarm auf dem Weg nach Limón.

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